Projektbeschreibung und Methode

Wir setzen in Szene was sich an Theater abspielt im täglichen Leben und Arbeiten speziell im Betrieb Gesundheitswesen zum Lachen und Weinen, weil’s wahr ist.

 

PROJEKTBESCHREIBUNG (Jahresgruppe)

Ausgehend von den Erfahrungen und Ideen der Gruppenmitglieder soll innovatives Theater entstehen, das sich kritisch mit Arbeitswelt und Gesellschaft auseinandersetzt. Es hinterfragt bestehende soziale und politische Strukturen im Hinblick auf Möglichkeiten der Veränderung hin zu menschengerechten Lebensbedingungen. In diesem Prozess wird auf die einzelne Person wie die Entwicklung der Gruppe Bedacht genommen.

 

Arbeitsweise und Verlauf

Die Theaterarbeit schafft einen Raum, in dem persönliche Erfahrungen abgeladen, "herausgespielt" werden können und einen Dialog ermöglicht, der Verarbeitung, Hinterfragen und Veränderungsstrategien beinhaltet.

       

Die Arbeit erfolgt in drei Schritten:

Im ersten Schritt geht es um den Austausch der unterschiedlichen Erfahrungen zwischen den Mitgliedern der Gruppe und deren theatralen Ausdruck, wobei die Freude am Spielen wichtig ist und gefördert wird.Dies geschieht in monatlichen Gruppentreffen zu drei Stunden. Mittels Übungen und Spielen aus der Theaterarbeit (August Boal, Theater der Unterdrückten, und andere Methoden) kommt ein kreativer Prozess in Gang, in dem zu den eigenen Geschichten Bilder und kurze Szenen entstehen. Der körperliche Ausdruck wird trainiert und verschiedene schauspielerische Fähigkeiten entwickelt. Die TeilnehmerInnen sind frei in ihrer Gestaltungsmöglichkeit und sind somit AutorInnen der Szenen/Stücke.

Ein zweiter Schritt ist die gemeinsame Entwicklung von für die Veröffentlichung brauchbaren Szenen. Manche dieser Szenen werden für ein abendfüllendes Programm weiterentwickelt. Dazu wird eine RegisseurIn von außen engagiert. Die Arbeit wird sowohl in den Gruppentreffen wie in Workshops entfaltet. Entsprechende Weiterbildung Sprache/Stimme, Ausdruck wird wahrgenommen.

Der dritte Schritt ist schließlich der Auftritt von einzelnen Szenen/Bildern bzw. einem abendfüllenden Theaterprogramm.

 

Methode: Formen des Theaters der Unterdrückten nach Augusto Boal

 

„Theater der Unterdrückten heißt Auseinandersetzung mit einer konkreten Situation, es ist Probe, Analyse, Suche“ (Boal 1989) 

Das Theater der Unterdrückten ist ein System von Spielen, Übungen und Techniken, die es ermöglichen, im Alltag erfahrene Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen und Belastungen in dramatisches Spiel umzusetzen. Die Methoden helfen, politische, soziale und intrapsychische Formen von Unterdrückung theatral sichtbar zu machen, um ausgehend von diesen belastenden Situationen, individuelle und kollektive Wege zur Befreiung zu suchen und zu probieren. Fremdbestimmungen, aber auch Gestaltungs- und Entwicklungspotentiale kommen zum Vorschein und helfen so den AkteurInnen, sich selbst und ihre soziale und persönliche Realität bewusster wahrzunehmen und somit besser kennen zu lernen. Das Theater der Unterdrückten motiviert Menschen dazu, die Realität nicht passiv hinzunehmen, sondern durch selbstbestimmtes Handeln diese aktiv mitzugestalten und zu verändern. Die AkteurInnen sollen ProtagonistInnen der Bühnenhandlung und letztendlich des eigenen Lebens werden.

August Boal, Begründer des Theaters der Unterdrückten, 1983, zitiert nach Feldhendler in „Die therapeutischen Aspekte der Theatermethodik Augusto Boals“, Diplomarbeit Marika Voraberger, 2006